Sonntag, 16. Februar 2014

Blogparade: Wozu denn Hebammen?

Ich, wie so viele andere Mütter, Schwangere, werdende oder seiende Väter, verfolgen in den letzten Tagen, Wochen und Monaten gespannt und traurig die Entscheidungen von Politik und Versicherungen zum Thema "freiberufliche Hebammen" und sehen ihr Berufsfeld schwer bedroht und vollkommen an den Rand der Wichtigkeit gedrängt. Ich weiß gerade gar nicht, ob und wie viele andere Blogparaden zu diesem Thema derzeit kursieren, aber ich dachte mir, je mehr, desto besser - und desto ernster wird dieses Thema vielleicht auch von der Öffentlichkeit genommen.  
Ich möchte alle Teilnehmer bitten, eine Geschichte von sich und ihrer Hebamme zu erzählen, die uns zeigt, wie wichtig diese Frauen für uns in der Schwangerschaft und danach wirklich waren - und warum man sie und ihren Berufsstand dringend unterstützen sollte! Verlinkt mich einfach in eurem Beitrag und schreibt mir doch unter meinem Post hier euren Blog-Link zu eurer Paraden-Geschichte! Ich freue mich, wenn bis zum 15. März viele von euch mitmachen - und werde dann eine Auswertung der besten und schönsten Momente verfassen!

Ich selbst schrieb ja schon über meine Hebamme, hatte sogar ein Interview mit ihr zu ihrem Beruf und diesem Thema - wer möchte, kann es hier nachlesen. Und ich schrieb über das wichtige Thema des Stillens, was bei mir ja leider beide Male gehörig in die Hose ging. Und genau an diesem Still-Thema setzt meine Geschichte an. Nämlich an dem Nachmittag im August 2013, an dem ich bei 40°C Außentemperatur nach Tagen des Nicht-Klappens auf dem Sofa im Wohnzimmer saß...

...mit dem paar Tage alten Mäuschen auf dem Arm. Ich hatte nichts an außer einer kurzen Hose und meinem offenen Still-BH. Draußen war es so heiß, dass die Rollläden seit ihrer Geburt nur noch nach Sonnenuntergang hochgezogen werden konnten, meine dreijährige Tochter den ganzen Tag mit meinen Eltern in Gewässern und Eisläden unterwegs war und der Mann sein Bestes versuchte, mich irgendwie zu beruhigen. Meine Brüste taten höllisch weh, sie waren heiß und fest und gespannt und das Baby und ich weinten abwechselnd - ich vor Schmerzen, die Kleine vor Hunger. Ich hatte gedacht, diesmal würde alles klappen, ich hätte dazugelernt, ich wäre "Profi", weil ich bereits das zweite Kind geboren hatte. Ich glaubte vor der Geburt, dass dieses Mal alles easy sein würde - und ich hatte auch gar keine Sorge, als mir meine Hebamme, die mich schon bei der Maus durch alle Hochs und Tiefs begleitet hatte, lange vor meiner Entbindung sagte, dass sie ein paar Tage nach meinem Termin leider in Urlaub gehen und ich ihre Kollegin als Ersatz erhalten würde. Ich dachte, alles würde gut, ich würde sie dieses Mal gar nicht mehr brauchen. Ich WOLLTE stillen, ich wollte es schaffen, ich wollte nicht wieder die Mutter sein, die es nicht geschafft hatte, die zu doof zum Stillen war, zu armselig, zu unfähig. Ich WOLLTE nicht zum Fläschchen greifen.

Doch da saß ich wieder. Komplett am Ende. Und wartete auf meine Hebamme, wie jeden Tag. Auf meine Hebamme, die mich in meiner Entscheidung unterstützt hatte, ambulant zu entbinden und direkt nach Hause zu gehen. Die mir wochenlang Mut gemacht hatte, dass wir es diesmal schaffen würden. Die zu jedem Zeitpunkt für mich da war und mir jede noch so doofe Frage in aller Ruhe beantwortete. Die immer einen lieben, aufmunternden Spruch für mich hatte, egal wie es ihr vielleicht selbst gerade ging.
Auf diese Frau wartete ich an diesem heißen Tag. Und als sie kam, sah sie mir direkt in den ersten Sekunden an, wie es mir ging. Meine Eltern waren gerade mit der Maus angekommen und es war etwas Trubel und Chaos ausgebrochen. Ich machte gute Mine zum schmerzhaften Spiel - und sie lächelte und bat mich, ihr ins Kinderzimmer zu folgen. Sie schloss die Tür, sah mich an und sagte mir, dass sie wüsste, was los wäre. Und dann drückte sie mich. Und ich fing an zu weinen und alles kam aus mir raus und ich erzählte ihr, was in mir vorging - und sie verstand. Sie kannte mich und wusste, warum das alles doppelt so schlimm für mich war wie bei anderen Müttern. Warum ich nicht mehr konnte. Was meine Ängste und Sorgen waren.

Und ich weiß noch so genau, als wäre es gestern gewesen, dass sie mir in diesem Moment einen Vortrag über alles hielt, was in mir brodelte. Und sie nahm mir meine Ängste, meine Sorgen, machte mir klar, dass ICH eine gute Mutter wäre und dass ICH darauf pfeifen sollte, was andere von mir denken könnten. Sie fasste alles zusammen, um was es mir damals ging und versprach mir, dass alles gut werden würde. Und dann erarbeiteten wir zusammen, wie es weitergehen sollte. In diesem Moment ging es mir besser und ab diesem Besuch hatte ich wieder Mut und mein Kloß verschwand, der mir tagelange Übelkeit verursacht hatte. Sie hatte es geschafft, die Prioriäten wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen.


Das ist mein Hebammen-Moment, der mir mein Seelen-Leben rettete damals. Und den ich nie vergessen werde. Und niemand auf der Welt, weder der Mann, noch meine Mutter oder meine beste Freundin hätten das in diesem Moment geschafft, was diese Frau damals schaffte. Weil sie mich kannte, weil sie sich Zeit nehmen konnte und einfach da war. DAS sind die Momente, in denen wir sie brauchen. DAS sind die Momente, neben der Entbindung und den Stunden danach, in denen diese kleinen und doch weltbewegenden Dinge nicht von einem Kinder- oder Frauenarzt oder einem Verwandten übernommen werden können. Die Grundversorgung ist sicher auch in Kliniken und Praxen gewährleistet - aber um das, was in uns Frauen und Männern vorgeht, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder alles zu viel wird, können sich nur die Hebammen kümmern. Das ist zumindest meine persönliche Meinung.

Wer möchte, kann bitte diese Petition von Bianca Kasting unterstützen - oder weitere posten und in den Fokus der Öffentlichkeit bringen. Danke :)




Kommentare :

  1. Hallo Grummelmama!
    Eine Blogparade zum Thema kannst du hier finden:
    https://www.facebook.com/notes/hebammenunterst%C3%BCtzung/unsere-blogs/1420185884891851

    Gerne mache ich auch bei deiner Blogparade mit!

    Glück auf
    Frau K.

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    1. Liebe Frau K.! Entweder bin ich zu doof oder etwas stimmt nich - aber ich kann den Link leider nicht öffnen! Je mehr Paraden, desto besser! Ich schau mal, ob ich das anders finden kann! Danke :)

      Liebste Grummelgrüße!

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    2. Huhu ich hab mal versucht drüber zu schreiben. Ich hoffe das es so gut ist.

      http://annihobsi14.wordpress.com/2014/02/21/wozu-denn-hebammen/

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  2. Liebe Grummelmama,
    ein so so wichtiges Thema!
    Ich verfolge die Entwicklung auch schon seit Monaten mit Sorge, habe Petitionen unterschrieben, und natürlich habe ich meinen Teil zu deiner Blogparade beigetragen:

    http://lebens-nah.blogspot.de/2014/02/voll-hass-die-wand-geworfen.html

    Hoffentlich bewegt sich noch was.
    Liebe Grüße,
    Rebecca

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    1. Wow, Gänsehautgeschichte... Vielen Dank fürs Mitmachen und Mitfühlen! <3

      Liebste Grüße!

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  3. Hallo Grummelmama!

    So, ich habe es getan:
    http://www.windelteufel.de/2014/02/blogparade-warum-hebammen-wichtig-sind.html

    Liebe Grüße,
    Marisa

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    1. "
      Hebammen sind so wichtig für Schwangere und junge Mütter. Sie haben Zeit, sie hören zu und sie nehmen die Probleme, die man hat, ernst. Deswegen sind sie einfach so wertvoll. Sie sind uns vertraut, sie kennen unsere Sorgen und Probleme, die wir in der Schwangerschaft hatten, auf dem Weg dahin, mit dem ersten, zweiten, dritten Kind und was bei der Geburt los war."

      Genau das! <3 Perfekt ausgedrückt! Danke fürs Mitmachen, liebe Marisa :-*

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  4. Hi Grummelmama,

    Danke für deinen tollen Beitrag und das Du diese Blogparade ins Leben gerufen hast.

    Hier mein Beitrag.

    http://winterbaby2013.blogspot.de/2014/02/wozu-denn-hebammen.html?m=1

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Liebe Anna,

      oh ja, ich verstehe genau, was du mit "äußerlich musste man schließlich glücklich sein" meinst.. Schöner Text, tolle Hebamme. Genau darum geht es... Dank dir für deinen Beitrag! <3

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  5. Liebe Grummelmama!!
    Auch im Zickenstall sind wir entsetzt darüber, dass werdende Eltern künftig ohne die liebevolle Unterstützung durch Beleghebammen und in der sanften Umgebung der Geburtshäuser auskommen sollen. Eine schreckliche Entwicklung!
    Hier mein Beitrag zu deinem Aufruf: http://zickenstall.blogspot.de/2014/02/wozu-denn-hebammen.html Zwei ähnliche Geburten mit ganz unterschiedlichem Empfinden!

    Liebe Grüße aus dem Zickenstall

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    1. Vielen Dank fürs Mitmachen, Mama Zicke!! Klasse Post!!

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  6. Ich bin auch dabei :)

    http://rosenoreia.blogspot.de/2014/02/rettet-unsere-hebammen.html

    Liebe Grüße
    Rose

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  7. Ich hatte keine Hebamme und habe keine gebraucht, da ich nicht aus Deutschland komme und dieses Phänomen (und Luxus) nicht kannte. Mir hatte völlig die Fachbetreuung meiner Gynekologin und der Ärzte im Krankenhaus gereicht, ich verlasse mich nun mal aus persönlichen Gründen auf die klassische Medizin. Leider hatte ich mit der Nachsorgehebamme kein Glück, die Chemie stimmte einfach nicht, und ich glaube an das ganze Öko-Zeug nicht ( wirft in mich mit Steinen), aber das kann ja passieren. Nicht desto trotz unterschreibe ich alle Petitionen und unterstütze dieses wichtiges Thema, wo ich kann! Weil es für die anderen Frauen, die das brauchen und deren Kinder so unterstützend ist !

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    1. Hallo ;) Ich glaube schon, ich weiß, wovon du sprichst, wenn du von Öko-Zeug redest. Du meinst siche diesen ganzen esoterischen Kram, den Hebammen so oft draufhaben. Das ist auch nichts für mich. Ich bin sehr wissenschaftlich. Aber ich konnte mich immer super arrangieren und einen guten Mittelweg finden.

      Aber trotz deinen doofen Erfahrungen freue ich mich, wenn du die Sache unterstützt. Würde auch nicht jeder machen :o)
      Liebe Grüße!

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  8. Also als "Öko-Zeug" würde ich Hebammen jetzt nicht bezeichnen *grübel* Ansonsten ist es eben definitiv auch eine Charaktersache!

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    1. Hehe, ich hab oben schon geschrieben, was sie wohl meint. Und das kann ich sogar nachvollziehen. :)

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    2. Vielleicht bin ich selber zu esoterisch eingestellt :D

      Ich kann sie ja auch durchaus verstehen. Ich bin nämlich auch von der Sorte, die alles selber machen will. Dennoch hätte ich auch beim 2. Kind manchmal den Rat gebrauchen können. Freunde, Familie sind da manchmal nicht so hilfreich. Meine Mutter z.B. würde einfach öfter dazu raten, die Flasche zu geben und das will ich nicht. Das hat zu meinem Großen nur eine schwierige Stillbeziehung gegeben und das möchte ich dieses Mal vermeiden.

      Ich finde es aber toll, dass die Petition dann unterschrieben wird, wenn man selber damit nicht so viel anfangen kann! Schließlich geht es ja auch eben darum: Um die Wahlfreiheit!

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  9. Schau mal auf unseren Blog :)
    http://unser-gedankenspaziergang.blogspot.de/

    Wir haben dazu auch einen gemeinsamen Post gemacht.

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  10. So, hat eine Weile gedauert aber hier ist mein Beitrag: meine Hebamme, meine Rettung :)

    http://www.herzmutter.de/mama/99-meine-hebamme-meine-rettung

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  11. auch ich habe gebloggt...

    http://herz-lieb.de/mal-was-ganz-anderes-wozu-denn-hebammen/

    lg annelie.

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  12. Ich habe leider nicht so tolle Erfahrungen mit meiner Hebamme gemacht. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, möchte ich meine Geschichte hier einreihen.

    http://villa-schaukelpferd.de/mamazimmer/petition-unterschreiben-trotz-schlechter-erfahrung-mit-hebamme/

    Liebe Grüße
    Christine

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